Songtipp: Deep Purple – Time For Bedlam

Nachdem zwischen den beiden letzten Alben ganze acht Jahre vergingen, sollten die Fans dieses Mal nicht mehr so lange auf neues Material warten mussen. „Now What?!“ war der Beweis, dass Deep Purple nicht wie viele andere „alte“ Rockbands immer nur bereits Bekanntes neu aufwärmen oder ihrem musikalischen Schaffen nichts mehr hinzufügen können.

Nun hat man nach einigen Vorzögerungen und Mini-Snippets den ersten Song „Time Fore Bedlam“ in voller Länge veröffentlicht. Dabei wurde auch das außergewöhnliche Cover und der Erscheinungstermin des 20. und sehr wahrscheinlich letzten Studioalbums „Infinite“ freigegeben.

Der Song überrascht mit einer ungewohnten leicht düsteren Heavyness, setzt aber die auf „Now What?!“ betretenen Wege fort und präsentiert die Band mit einer ungeheuren Spielfreude, leichten Prog-Einflüssen und gewohnt virtuoser Arbeit. Insbesondere Steve Morse und Don Airey, die sicherlich essenziell für den Fortbestand der Band und die Entstehung neuen Materials sind, brillieren hier.

Wenn nur 2-3 andere Songs des leider erst am 07. April 2017 erscheinenden Albums, ein ähnliches Niveau besitzen, werden Deep Purple wohl auf einem absoluten Hoch ihre Karriere beenden.

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Reinhören: Space Chaser

Die noch relativ junge Thrash Metal Combo Space Chaser aus Berlin hat am 07. Oktober auf dem feinen Independent-Label This Charming Man (u.a. Mountain Witch, Kadavar-Debüt) ihr zweites Album mit dem recht epischen Titel „Dead Sun Rising“ veröffentlicht.

Das Covermotiv kann eindeutig als ein „The War Of The Worlds“ Tribut identifiziert werden. Die elf Songs der Scheibe sind dann jedoch nicht nur typischer Oldschool Thrash Metal, sondern tönen allesamt mit einem frischen Wind aus den Lautsprechern. War bereits das Debüt „Watch The Skies“ recht eigenständig, kann mich das Album noch mehr mit abwechslungsreicher Rhythmus- und feiner Gitarrenarbeit überzeugen.

Stimmlich fühlt man sich bei Herrn Siegfried Rudzynski stellenweise sogar an Bruce Dickinson erinnert und auch sonst, könnte die Band auch Metalheads gefallen, die nicht unbedingt große Thrash-Fans sind.

„Dead Sun Rising“ ist ein guter Beweis dafür wie vital und dynamisch eine härtere Metalveröffentlichung aus Deutschland klingen kann.

Auch beim Video zum grandiosen Opener „Metro Massacre“ präsentiert die Band einige coole Ideen und einen überraschenden Gast.

Songtipp: Honeymoon Disease – Higher

honeymoon-disease-the-transcendence-coverDie Skandinavier können einfach verdammt gute Rockmusik machen. Beweis dafür liefern die zahlreichen Bands, die in den letzten Jahren aus dem hohen Norden einige starke Alben auf den Musikmarkt gebracht haben. Insbesondere im Retro-Rock-Gewässer spielen einige, vor allem junge, Bands in der oberen Liga.

Auch Honeymoon Disease aus Schweden, die am kommenden Freitag ihr Debütalbum „The Transcendence“ veröffentlichen werden, spielen trockenen, stark 70er beeinflussten groovigen, stampfenden Rock. Die EPs „Fast Love“ und „Bellevue Groove“ versprechen bereits einiges und auch die Videosingle „Higher“ macht wirklich Lust auf die Scheibe.

Die Band ist im Moment mit Avatarium und The Vintage Caravan auf großer Europa-Tour.

Tonträger und Merchandise von Honeymoon Disease gibt es unter anderem über den Napalm Records Mailorder.

Songtipp: La Roux – Sexotheque

Ein frischer Sommerhit findet sich mit „Sexotheque“ auf dem zweiten Album der Frau mit der roten Tolle: La Roux.

Etwas eigenartiger Inhalt des Songs: Eine Frau fragt sich, warum ihr Kerl nicht zuhause ist, während er sich in Sexclubs herumtreibt , wie Elly Jackson selbst den Songtext beschreibt.

Der Sound auf dem mit „Trouble In Paradise“ betitelten neun Song starken Album, ist im Vergleich zum Debüt zwar immer noch Synthie-Pop mit klarem 80er-Charakter, aber sehr viel entspannter und organischer. Hinzu kommt eine sommerlich funkige Note.